Das neue Urheberrecht – und was Sie als Lehrer/in bzw. Mitarbeiter/in in der Bildungsarbeit in Schulen und Kirchgemeinden unbedingt beachten müssen.

 

Am 1. September 2003 ist das neue Urheberrecht in Kraft getreten. Das betrifft auch den Medieneinsatz in Schulen und Kirchgemeinden bzw. alle Veranstaltungen, in denen es um nicht-öffentliche oder öffentliche Vorführungen geht.

     1. Privat ist privat – und sonst gar nichts

 

Das neue Urheberrecht definiert den privaten Medieneinsatz als das, was man auch landläufig unter „privat“ versteht. Es geht um die persönliche Mediennutzung - gewissermaßen im „heimischen Wohnzimmer“ - allein oder zusammen mit Menschen, die einem in direktem persönlichen Verhältnis verbunden sind, also z.B. Familienangehörige. Für alle anderen Formen der Mediennutzung, zum Beispiel in der Schule und in der außerschulischen Bildung, benötigen Sie die entsprechende Erlaubnis des Urhebers oder Rechteinhabers, die in jedem Falle zu Vergüten ist – und zwar unabhängig davon, ob es eine öffentliche oder nichtöffentliche Vorführung ist. Es ist auch unerheblich, um welchen Medienträger es sich handelt z. B. Videokassette, DVD, Intranet, PC oder Laptop.
Jede Abweichung der beschriebenen Mediennutzung stellt einen Straftatbestand dar!

     2. Einsatz von Medien aus kommerziellen Videotheken

 

Der Einsatz von Filmen aus den Videotheken ist wie oben beschrieben nur für private Nutzung vorgesehen! Das heißt, sie dürfen diese Filme nur im „heimischen Wohnzimmer“ verwenden. Bei einem Einsatz dieser Medien in Schulen, Kirchen, Gemeinderäumen oder bei Rüstzeiten bewegen Sie sich im Bereich der Illegalität!

     3. Anfertigen von Kopien

 

Das Mitschneiden von Fernsehsendungen, das Scannen von Produktionen, die einen Rechteinhaber haben, also jemandem gehören sind nur für den privaten Gebrauch gestattet. Kopien von CD´s und DVD´s für den privaten Gebrauch dürfen nur angefertigt werden, wenn es auf diesen Medien keinen Kopierschutz gibt. Es handelt sich bei sonstigem Einsatz von Kopien schlicht um Diebstahl und einen Eingriff in die Rechte anderer - der Hersteller und Produzenten.

     4. Und welche Ausnahme gibt es?

 

Das Urheberrecht kennt bezüglich des legalen Einsatzes von eigenen Mitschnitten in der Schule nur wenige Ausnahmen:
- Die Schulfunksendungen (§ 47, UrhG).
Hier ist aber zu beachten, dass diese Mitschnitte nur im Unterricht verwendet werden dürfen und spätestens am Ende des auf die Übertragung der Schulfunksendung folgenden Schuljahres gelöscht werden müssen.

- Das Verwenden kleiner Teile eines veröffentlichten Werkes im Unterricht (§ 52a Abs. 1, UrhG)

- Das Herstellen von Kopien einzelner Beiträge aus Zeitungen oder Zeitschriften (§ 53, Abs. 3, UrhG)

- Nutzung von öffentlichen Datenbanken (§ 87 c Abs.1 Ziff 3 UrhG)
 

     5. Mehr als ein Vernunftsargument

 

Sie sollten nicht nur aus Angst vor Strafe beim Medieneinsatz korrekt handeln, sondern vor allem bedenken, welchen Schaden dieses unredliche Verhalten anrichtet. Illegales Kopieren und unerlaubte Vorführungen schädigen nicht nur Hersteller von Bildungsmedien sondern stellen auch die Existenz der Verleiher in Frage, die Ihnen Medien mit Aufführungsrechten für viel Geld besorgen und bereitstellen.

     6. Sie sind auf der sicheren Seite und Sie haben etwas davon ...

 

... wenn Sie nur Medien der von Ev./Kath. Medienzentralen oder der regionalen Bildstellen (ggf. direkt vom Produzenten/Hersteller) erworbenen und autorisierten Vervielfältigungsstücke einsetzen,

da Sie damit die Entwicklung und Herstellung neuer Medien begünstigen,

die spezifisch fachliche Kompetenz und die Existenz der kirchlichen Medienverleiher anerkennen und fördern

und sich außerdem eine Menge Ärger für Anwalts-, Gerichtskosten und Schadensersatzforderungen ersparen.

  Benutzer-, Entgeltordnung und Hinweise zum Urheberrecht für Druck - hier!